25. März 2018 - Palmsonntag


Bild 1: Totale

Der Ostergarten der Andreaskirche – aufgebaut beim Bastelnachmittag am vorigen Samstag. Der Weg vom Palmsonntag zum Ostersonntag. Der Weg durch die Karwoche, die heute beginnt.

Bild 2: Einzug

Es fängt an mit dem Palmsonntag. Wir sehen Jesus auf dem Esel. Die Jünger. Die Menschen in Jerusalem. Mauern und Tücher symbolisieren die Stadt. Jesus reitet auf dem Esel in die Stadt. Die Menschen jubeln ihm zu. Sie breiten ihre Kleider aus wie einen Teppich auf dem Weg.

Die Menschen erwarten viel von Jesus. Hoffen auf einen neuen König. Einen Retter. Einer, der die Welt verändert. Ihnen hilft. Die Bösen besiegt.

Die Kleider auf dem Weg werden in unserem Ostergarten von Blüten dargestellt. Blütenträume sagen wir manchmal, wenn Hoffnungen unrealistisch sind. Wenn Hoffnungen verwelken wie Blüten ohne Wasser.

Nur wenige Tage später ist es so weit – der Jubel gegenüber Jesus schlägt um in Hass. Enttäuschung, weil sich nichts verändert. Ja – Jesus hat die Welt damals nicht umgekrempelt. Er wollte zunächst die Menschen verändern. Doch viele bleiben distanziert. Er trifft auf Mauern.

Wenn wir Veränderungen erhoffen, aber uns selbst nicht verändern wollen, bleibt die Enttäuschung nicht aus. Doch eigentlich müsste die Enttäuschung der Menschen keine Enttäuschung über Jesus sein, sondern eine Enttäuschung über sich selbst. Deshalb muss Jesus nicht nur in Jerusalem einziehen, sondern vor allem auch in uns. In unsere Herzen und Gedanken, in unsere Taten und Beziehungen.

Bild 3: Abendmahl

Jesus und seine Jünger setzen sich nochmals um einen Tisch. Essen und trinken. Es sind sehr unterschiedliche Leute, die da mit Jesus zusammen sind. Dargestellt durch die unterschiedlichen Farben. Der Lieblingsjünger genauso wie Petrus, der Jesus verleugnete. Der Zweifler Thomas wie Judas, der ihn nachher verrät.

Diese unterschiedlichen Menschen verbindet eines: Jesus vertraut ihnen. Er hat sie berufen. Sie sind mit Jesus unterwegs gewesen. Jesus lädt sie ein, obwohl sie versagen. Er nimmt sie mit auf seinen Weg, obwohl er ihre Schwächen kannte, ja weil er ihre Schwächen kannte. Damit wird deutlich: Er kommt auf Jesus an, nicht auf seine Jünger.

So sind auch wir immer wieder an Jesu Tisch eingeladen. Dürfen zum Abendmahl gehen. So wie wir sind. Mit unserem Glauben und mit unserem Zweifel. Mit dem, was uns gelingt, und mit dem, wo wir versagen. Mit unserer Schuld. Vergebung empfangen. Gottes Nähe schmecken und sehen.

Am Rand des Bildes sind bereits die Soldaten zu sehen. Die Gemeinschaft der Jünger mit Jesus ist bedroht. Von außen und von innen. Gott nimmt nie alle Gefahren weg. Aber er ist uns in den Gefahren nahe. Lädt uns an seinen Tisch. Das Abendmahl soll auch das zum Ausdruck bringen: Gott ist uns nahe – fühlbar und greifbar. Sogar wenn wir uns sonst allein und bedroht fühlen.

Bild 4: Getsemane

Die Soldaten stehen bereit im Garten Getsemane. Jesus sehen wir hier noch nicht. Aber der friedliche Garten, die weidenden Schafe, die Blumen und Bäume – sie stehen in einem merkwürdigen Gegensatz zu den bewaffneten und gepanzerten Soldaten. Wie ja überhaupt der große militärische Aufwand zur Festnahme Jesu in Kontrast steht zum wehrlosen, friedlichen Jesus.

Das zeigt den Gegensatz zwischen der Macht von uns Menschen und der Macht Gottes. Wir Menschen versuchen, uns mit Gewalt durchzusetzen. Unangreifbar gepanzert zu sein wie die Soldaten mit Helm und Schild.

Die Macht Gottes äußert sich anders. Die Tiere und Pflanzen zeigen die Kraft des Schöpfers. Der allen zum Leben schenkt, was sie brauchen. Der die Sonne scheinen lässt über Gute und Böse, es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte. Der wehrlose Jesus, der im Garten Angst hat. Verzweifelt betet. Und am Ende sich festnehmen lässt. Gottes Macht zeigt sich verletzlich, angreifbar schwach. Aber setzt sich gerade deshalb durch. Gegen alle Widerstände. Die Macht der Soldaten von damals ist längst gebrochen. Jesu Macht bleibt.

Bild 5: Kreuzigung

Das Kreuz steht da. Das scheinbare Ende des Weges Jesu. Der Triumph seiner Gegner. Doch dort am Kreuz ließ sich Gott, der Vater, nicht von seinem Sohn trennen. Er hielt die Verbindung zu ihm. Und Jesus hielt, trotz allem Leid, die Verbindung zum Vater. Deutlich wird das in den Psalmen, die Jesus am Kreuz betete: „Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen.“ Trotz der Einsamkeit betet Jesus. Und: „Vater, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ Er vertraut sich dem Vater im Himmel an.

Unter dem Kreuz steht der römische Offizier. Der erkannte, was es mit Jesus auf sich hatte: „Dieser war wirklich Gottes Sohn.“

Bild 6: Auferstehung

Bisher waren die Aussagen über die Kraft Gottes, die stärker ist als der Tod, über Jesu Macht, die die seiner Gegner überdauerte, bloße Behauptungen. Nach außen sichtbar war der Sieg der Gewalt. Jesus, wurde verhaftet, verurteilt, hingerichtet, begraben. Ohne dass er Widerstand geleistet hätte. Der Stein liegt vor dem Grab.

Doch als die Frauen am Ostermorgen zu Jesu Grab kamen, hat sich etwas verändert. Der Stein war weg und der Engel begegnete ihnen. Er erzählte ihnen: Christus ist nicht tot. Er lebt. Er ist auferstanden. Gottes Kraft hat sich durchgesetzt. Sogar gegen den Tod.

Bild 7: Totale

Damit macht das Geschehen von Palmsonntag bis Ostersonntag, dieses Geschehen, das wir hier im Ostergarten sehen, uns eines deutlich: Alles Leid dieser Karwoche ist aufgehoben und getragen in der Gemeinschaft von Vater und Sohn. Ist begleitet von Gottes Kraft. Die am Ende Sieger bleibt.

Seit dieser ersten Karwoche gibt es niemand mehr, der alleine leiden müsste. Gott steht zur Seite. Führt durch Leid und Tod zur Auferstehung. Gott ist jedem nahe. Amen.