17. Dezember 2017 - Dritter Advent


Kurzansprache

Vielen Dank für Euer Spiel. Wer stört – so könnte man fragen. Wer stört Maria und Josef bei ihrer Hochzeitsplanung? Der Engel Gabriel mit einer Ankündigung der Geburt. Wer stört die Weisen aus dem Morgenland bei ihren Studien? Der merkwürdige Stern! Wer stört die Soldaten beim Kartenspiel? Die Weisen mit ihren komischen Fragen! Wer stört den Herodes bei seinen Machtspielchen? Ein neugeborenes Kind. Und wer stört die Hirten mitten in der Nacht auf dem Feld? Der Engel mit seiner Botschaft.

Also: Weihnachten als totaler Störfall? Das Kind in der Krippe als Störfaktor? Ja, weil mit dieser Geburt alle Planungen des Lebens über den Haufen geworfen wurden. Alle Schranken zwischen Königen und Hirten niedergerissen. Alle Vorstellungen, wie Gott und der neue Retter sein müssten, total umgedreht wurden.

Wenn Gott sich so sichtbar macht wie in der Nacht von Bethlehem, dann stört er Routinen und Gewohnheiten, dann bringt er alle durcheinander. Dass sie sagen wie die Leute im Spiel: „Absolut unmöglich!“

Wir denken so oft: Wir sehen und spüren nichts von Gott. Vielleicht liegt das daran, dass wir uns nicht mehr stören lassen. Zuviel unseres Lebens geordnet und kanalisiert haben in to-do-Listen, Excel-Tabellen, strengen und damit engen Zeitplanungen, Outlook-Dateien, Checklisten. Durch unser durchgetaktetes Leben werden wir so blockiert, dass wir die leisen Störungen Gottes nicht merken. Deshalb fragen wir häufig nach Gott erst, wenn eine große Störung eingetreten ist: eine Krise, eine Krankheit … was auch immer.

Deshalb sich stören lassen: aufmerksam werden auf die kleinen Dinge des Lebens. Pläne über den Haufen werfen lassen. Den Alltag unterbrechen lassen, Wunder der Natur entdecken. Vielleicht bieten die Weihnachtsfeiertage solche Störungen unserer Alltagsroutine. Lassen wir uns stören, staunen wir wieder und sagen: Absolut unmöglich – dieser Gott, der uns begleitet. Amen.